Workshop

Was wäre ein STAR WARS Film ohne Kostüme, Kulissen und Requisiten? Um unser Low-Budget Motto einzuhalten, hatten wir uns entschlossen den größten Teil der Kostüme selbst zu bauen. Selbstverständlich haben unsere Kostüme nicht die Perfektion und Detailtiefe vieler (kaufbarer) Deluxe-Bausätze. Sie sind sicherlich auch nicht geeignet um aus nächster Nähe auf Conventions betrachtet zu werden. Aber das ist auch nicht Ihre Bestimmung. Es handelt sich lediglich um Filmrequisiten, die ausschließlich vor der Kamera wirken sollen. Im Vordergrund stehen deshalb ein authentischer Star Wars Look und eine hohe Belastbarkeit (für die Stunts). Alles was man dazu braucht sind ein paar frische Ideen, eine gut eingerichtete Werkstatt und einen Baumarkt in der Nähe ;-) Und nebenbei bekommt so die ganze Produktion wesentlich mehr Charme. Hey, vor 30 Jahren hatten die Jungs von Lucasfilm und ILM auch nicht mehr als eine kleine Garage, alte Schiffsbausätze, Farbe und ihre Phantasie. Und wir alle wissen was daraus geworden ist. Kino ist Illusion, das Auge sieht was es sehen will...



DER SANDTROOPER - Vom Farbeimer zum Elitesoldat

Der legendäre Sandtrooper, die so ziemliche beliebteste Rüstung unter den Fans. War es möglich diese zumindest zu einem großen Teil selbst zu bauen? Ja ;-) Während Helm, Beinteile und Brustpanzer bei ebay ersteigert wurden, beschlossen wir sämtliche restlichen Teile aus ein paar Abflussrohren und alten Farbeimern zu bauen. So wurden z.B. wegen der leicht konischen Form für die Unterarme einfach Behälter für Klobürsten aus dem Baumarkt verwendet ;-)

Alles begann mit guten Referenzbildern und einer gut ausgestatteten Werkstatt.

Aus den Rohren wurden dann die Armteile, aus den Eimern der Torso und der Tiefschutz gesägt.

Anschließend wurden Holzleisten aufgeklebt, die Fugen verspachtelt und mit Sprühspachtel grundiert.

Erste Versuche am lebenden Objekt, OK passt!

Schleifen, schleifen, schleifen....

Dann kam der schönste Part, mit Revell-Farben und Verdünnung wurde der Rüstung der typische Battle-damaged Look des Sandtroopers verliehen.

Vorort stellten wir dann fest, dass unsere gewählte Farbe exakt den Wandtönen der Kulissen entsprach, welch ein genialer Zufall!

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DER SNOWCOMANDER - Die Rüstung für den kalten Krieg

Aus Zeitgründen mussten wir leider bei dem Snowtrooperkostüm unserem Self-made Motto ausnahmsweise untreu werden und nahmen eine Kauflösung in Anspruch. Glücklicherweise wurden wir fündig bei Oli´sTroopershop. Oli konnte uns bereits vor unserer Tunesienreise mit Stormtrooperteilen versorgen. Auch dieses mal überzeugte er uns mit qualitativ hochwertigen und vor allem belastbaren (!) Rüstungsteilen zu echt fairen Preisen!

Aus festem weißen Baumwollstoff wurden dann der "Rock" sowie die Taschen genäht. Weiße Küchenfolie, Plexiglas und Tönungsfolie verschafften dem gekauften Helm seine bedrohliche Erscheinung.

Revell-Farbe und Verdünnung gaben dann der restlichen Rüstung ihren verwüsteten Look. Die legendären "MUKLUK"-Kälteschutzstiefel des britischen Militärs gab es für 7Euro bei ebay. Die Frage, welche Kopfbedeckung ein kommandierender Offizier der Schneeeinheiten wohl tragen würde, wurde von Marcel relativ schnell beantwortet und auch zugleich umgesetzt, siehe Bild ;-)

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DER CLONESCOUT TROOPER - Tarnung ist alles

Der tarnfarbene Kashyyk-Clonescout aus "Episode III - Die Rache der Sith" war ausnahmsweise mal ein unkompliziertes und sehr reiseverträgliches Kostüm. Die Grundlage bildeten der Helm und Torsopanzer eines gewöhnlichen Bikerscouts. Nach ein paar kleinen Änderungen am Helm (Visir und Mundschutz) und einem frischen Paintjob war die Grundausstattung für den Dschungeleinsatz geschaffen.

Die restlichen Rüstungsteile wurden aus Abflussrohren und alten BW-Magazintaschen erstellt. Der "DC-15S Carbine-Blaster" wurde komplett aus Holz gebaut. Um ihn für Dreharbeiten in fernen Ländern im Flugzeug transportieren zu können, wurde er 5-teilig konzipiert. Zerlegt und verteilt auf mehrere Gepäckstücke geht er so problemlos durch jede Waffenkontrolle ;-)

Die Rüstung entspricht leider nicht ganz 100% der Filmvorlage. Durch den gewohnten Used-Look, der passenden Kulisse und dem kashyyk-typischen Regenwetter kam das Kostüm bei den Dreharbeiten schließlich doch recht authentisch rüber ;-)

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DER TUSKEN RAIDER - Nichts als Draht und Pappe ?

Als Basis wurde aus Draht die grobe Form der Maske geformt.

Zur Stabilisierung der Maske wurde nun diese mit Pappmasche verstärkt, schwarz lackiert und an den kritischen Stellen getaped.

Mit dem Tacker wurden nun die typischen Stofffetzen befestigt.

Das Maul wurde mit Leder umwickelt (hier geht nichts ohne Heißklebepistole). Die Hörnchen und die Augen wurden aus massiven Alustangen gedreht um die leicht konische Form zu erreichen.

Ist er nicht zum lieb haben?


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C3PO - Ein Protokolldroide bekommt einen neuen Meister

Der allseits beliebt Protokolldroide stellt so ziemlich das komplizierteste Kostüm dar. Kaufen? Hm, uns ist keine Quelle bekannt, und wenn dann wahrscheinlich unbezahlbar. Selbst bauen? Unmöglich! Oder doch? Einer hat es sich getraut und ein kleines Wunderwerk erschaffen. Marco Hammerand ! Die detaillierte Bauanleitung findet Ihr direkt auf seiner Webseite. Leider konnte er C3PO aus Zeitgründen nicht vollenden. Also nahmen wir uns dem Goldjungen an und stellten ihn im wahrsten Sinne des Wortes wieder auf die Beine.

Im Wesentlichen besteht 3PO aus Maschendrahtzaun, Glasfasermatten, Kunstharz und Spachtelmasse. Auf dem rechten Bild sehr gut zu sehen das "komfortable" ;-) Innenleben der Maske. Feines Detail: die batteriebetriebenen leuchtenden Augen.

Anhand von Tragegurten wird das doch recht schwere Kostüm am Körper getragen. Gewicht einige Kilo, Beweglichkeit...NULL ;-)

Um den typischen Goldlook zu bekommen setzten wir Marco´s Technik einfach fort und nutzten selbstklebende Goldfolie. Die kleinen Folienstreifen sind bereits ab einer Entfernung von ca. 1m nicht mehr zu erkennen und der Glanzeffekt ist um ein vielfaches höher bei einer einfachen Goldlackierung.

Sicherlich nicht perfekt, aber bedenkt man die Tatsache, dass er zu 100% (größtenteils von Marco) selbst gebaut ist, definitiv ein beachtliches Kostüm.

Um das berühmteste Droidenpaar der Galaxies zu vervollständigen, machte sich Marco zusätzlich an die Arbeit R2-D2 original getreu nachzubauen. Als Grundgerüst wurde zunächst ein Holzgestell gebaut, welches natürlich die grundlegenden Astromech typischen Bewegungen technisch umsetzen sollte.

Basierend auf zahlreichen Bauplänen und Referenzbildern wurden sämtliche Aluteile, wie der Body und die Kuppel, graviert, lackiert und anschließend auf das Grundgerüst gezogen. Etliche weitere Bauteile, welche mit extrem viel Liebe zum Detail angebracht wurden, verliehen dem Astromech Droiden schließlich den finalen Look.

Das Endergebnis ist einfach nur atemberaubend und selbst aus nächster Nähe vom Orginal nicht mehr zu unterscheiden. Wir sind jedenfalls wahnsinnig stolz diesen kleinen frechen Droiden in unserem Film zeigen zu dürfen.

Wer mehr über Marco´s Leidenschaft und Begabung für Star Wars Kostüme und Droiden erfahren möchte, ist herzlich auf seiner Webseite eingeladen.

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DER REBEL FLEET TROOPER – Das Rückgrat der Rebellion

Das gesamte Kostüm ist ja eher simpel: blaues Hemd, graue Armyhose, schwarze Stiefel, fertig ist der Rebellensoldat. Fehlt nur noch der aus „Episode IV – Eine neue Hoffnung“ bekannte schwarz-weiße Helm mit dem Nackenschutz. Entweder man benutzt (wie schon damals Lucasfilm) einen Helm (Modell "Mark II") der amerikanischen Navy aus dem 2. Weltkrieg (mit 150$ doch sehr teuer) oder man ersteigert bei ebay einen fertigen Bausatz (auch nicht viel billiger). Beide Alternativen erschienen uns jedoch zu teuer oder hatten zu wenig Charme. Das musste auch einfacher und billiger gehen.

Ging es auch. Als Grundlage diente ein ausgedienter Motorradhelm und wieder einmal ein alter Farbeimer! Ein großes Stück einfach ausschneiden und anlegen war wegen der Wölbung des Helmes leider nicht so ohne weitere
s möglich. Also wurden 2 Teile ausgeschnitten und mit dem Helm vernietet.

Hm, das sah ja schon mal richtig scheiße aus. Hätte wohl doch lieber den Helmbausatz kaufen sollen ? Zu spät, in 2 Tagen war Drehbeginn. Aus einem kleinen Plastikdöschen für Stecknadeln und einer alten Radioantenne wurde die kleine Kommunikator-Einheit gebaut und an die Seite des Helmes geklebt. Nach reichlichem Auftragen der Spachtelmasse bekam der ganze Helm dann endlich eine ansehnliche Form. Eine neue Hoffnung ;-)

Nach dem der Helm dann abgeschliffen und lackiert war, fehlte nur noch der Alterungsprozess. Durch den Einsatz von Revell-Farben (welche kurz nach dem Auftragen mit Verdünnung verschmiert werden) wurden so kleinere Unebenheiten und Kratzer kaschiert und der Helm erhielt den authentischen Battle-damaged Look. Willkommen in der Allianz!

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BOBA FETT - Wie schnitzt man sich einen Kopfgeldjäger?

Das Kostüm des berühmt berüchtigten Kopfgeldjägers scheint auf den ersten Blick kein großer Aufwand zu sein. Irrtum! Sobald man sich intensiver mit den Details der Rüstungsteile befasst, erkennt man relativ schnell den wirklichen Umfang. Aufgrund der Vielzahl an Kostümteilen, folgt hier nun nur ein kleiner Einblick.

Für die Unterarm-Gauntlets wurden Metallplatten konisch gebogen und vernietet. Aus Modellbau-Styropor wurde schließlich der "Aufbau" geschnitzt und einfach verklebt.

Spachteln, abschleifen, lackieren, "battle-damagen" - fertig ist eine von Boba´s Unterarmwaffen. Bei den Aufbauten (Rakete usw.) auf dem linken Gauntlet handelt es sich um einen lackierten Resin-Bausatz, welcher sich über ebay (USA) beziehen läst. Aus der Nähe sind unsere Gauntlets natürlich nicht ganz so feingranular wie der kaufbare Bausatz, aber bei einem Herstellungspreis von ca. 5Euro kostentechnisch unschlagbar ;-)

Als Helmgrundlage diente das günstigste Modell der Firma "Rubies". Frei dem Motto "Pimp my Helmet" kann man mit einer neuen Lackierung und einem neuen Hochglanzvisier selbst aus diesem Billighelm eine ganze Menge rausholen.

Mit Leder beklebte Holzklötzchen dienten als Grundlage für den Munitionsgürtel, bei dem braunen geflochtenen Untergürtel handelt es sich in Wirklichkeit (der Einfallsreichtum bei Lucasfilm war schon damals ungeschlagen) um einen Pferdegürtel. Für die Knieschützer wurden Abflussrohre ausgesägt und gelb lackiert, bei der kleinen seitlichen Applikation handelt es sich um einen einfachen Dübel.

Für den Brustpanzer wurden Aluplatten ausgeschnitten, lackiert und erst mal mit Hammer und Drahtbürste bearbeitet um den verwüsteten Look zu bekommen. Schließlich wurden Klettverschlüsse aufgeklebt um sie bequem und schnell an den Overall befestigt zu können.

Leider kam dieses Boba Kostüm nie zum Einsatz. Durch unsere Webseite und die Zusammenarbeit mit anderen Projekten lernten wir Florian kennen, welcher unsere anschließenden Dreharbeiten neben seinem körperlichen Einsatz, durch ein absolut perfektes Deluxe-Boba Fett Kostüm bereicherte. Der Detailreichtum seines Kostüms läst sich sehr gut an unseren Wallpaper erkennen. Trotzdem sind wir natürlich sehr stolz auf unseren self-made Boba, welcher aufgrund der vielen Stunden in der Werkstatt natürlich einen ganz besonderen ideellen Wert für uns hat.

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DER GESETZLOSE - Schmuggeln leicht gemacht

Der Auftritt des coolsten Schmugglers der Galaxies in unserem Film war von Anfang an als ein kurzer Cameo-Auftritt weit im Hintergrund geplant. Daher benötigte das Kostüm keine besondere Detailltreue. Der Holster für die Waffe wurde aus stabilem, hochwertigem Leder und zugeschnittenen Aluplatten gefertigt. Der legendäre Blaster ist in Realität nichts anderes als die Waffe des deutschen Militärs im ersten Weltkrieg, die Mauser C96. Reblika aus Metall sind für recht hohe Preise um die 100 Euro zu erwerben, bereits komplett als Blaster umgebaute oder von MASTER REPLICAS angebotene Versionen kosten oft das vielfache. Für uns eindeutig zu teuer, außerdem kam eine Waffe aus Metall für Auslandsdreharbeiten u.a. wegen dem Flugzeugtransport nicht in Frage.

Glücklicherweise würden wir fündig bei ebay und konnten für 3Euro eine so genannte Softair-Mauser aus Plastik ersteigern. Bis auf das Material hatte sie die gleiche Größe und Detaillierungsgrad. Das gute Stück wurde versehen mit einem Spielzeugzielfernrohr und einem Mündungsdämpfer aus gedrehtem Aluminium. Eine neue Lackierung und Revell-Farben gaben dem Blaster seinen typischen used-Look.

Der Rest des Kostüms war schnell gebastelt. Eine schwarze Hose wurde mit dem typischen roten Streifen verziert, eine schwarze US-Army Jacke wurde mit wenigen Schnitten und Stichen in eine kurze Schmugglerweste verwandelt. Dazu schwarze Reiterstiefel (ebenfalls von ebay) und fertig. Sicherlich kein Kostüm, welches auf Conventions irgendwelche Preise gewinnen würde, aber für den Kurzauftritt unseres Lieblingsschmugglers durchaus ausreichend ;-)

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2-1B - Ein höflicher Medidroide frisch vom Schrottplatz

Die Zusammenarbeit mit den Filmemachern von Tydirium bescherte uns neben Spaß und einer Menge guter Tipps die Bekanntschaft zu den mittlerweile guten Freunden und mit größten Unterstützern unseres Filmprojektes: Michael Orso und Marcel Kern, welche sich in ihrer Freizeit zu begabten Propbauern entwickelt haben. So ist z.B. Ersterer der Erbauer des folgenden wundervollen 2-1B Medidroiden, welcher mit faszinierender Kreativität und mit viel Liebe zum Detail fast ausschließlich aus Schrott entstand.

Als Grundmodell diente ein Styroporkopf (Benno), der in unzähligen Stunden schneiden, spachteln und schleifen in den bekannten Roboterkopf verwandelt wurde. Ein klassisches "Elvis-Mikro" wurde gleich nach dem Kauf zweckentfremdet und diente als das charakteristische Mundstück. Was tut man nicht alles für einen möglichst originalgetreuen Prop ;-)

Bei der Suche nach einem Basisgestell für den Droiden wurde Michi in einem Altmetallcontainer einer nahegelegenen Müllkippe fündig. Als Korpus für den Unterkörper diente ein alter Farbeimer, welcher durch den Einsatz von Bitumenmasse seine typische ungleichmäßige Oberfläche erhielt.

Nach der Grundierung wurden die Bodyparts mit einer blaugrünmetallic Hammerschlaglackierung versehen, wie sie z.B. bei alten Motorrädern noch zu finden ist.

Die Arme entstanden aus alten Metallrohren, Besenstielen, Spraydosenkappen und Schläuchen. In Verbindung mit einer einheitlichen Lackierung wirkte es so, als hätten die Teile schon immer zusammen gehört. Selbstverständlich hätte man diesen Droiden auch als virtuelles 3D-Model bauen können. Das wäre wahrscheinlich schneller gegangen und man hätte einen wesentlich "beweglicheren" Droiden gehabt. Aber mal ehrlich, hat so ein echter Darsteller nicht viel mehr Charme ;-)

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FX-4 MK1 - Mehr als nur eine große Dose mit 12 Armen

Während wie oben bereits beschrieben Michael den Medidroiden 2-1B baute, machte sich fast zeitgleich Marcel an die Umsetzung eines nicht weniger komplexen Roboters. In ca. 200 Arbeitsstunden erschuf er den vielarmigen Medidroiden und nahen Verwandten des aus "EPISODE V - Das Imperium schlägt zurück" bekannten Models, den sogenannten FX-4 MK1. Einige Bilder von ihm hatten wir ja bereits in dem Drehbericht über die Cantina-Aufnahmen veröffentlicht. Doch nun möchten wir Euch hier seine interessante Entstehung vorstellen. Mehr Details und Bilder findet Ihr direkt auf Marcel´s Webseite.

Als Grundgerüst wurde eine Vielzahl von unterschiedlichsten Teilen verwendet, wie z.B. ein alter Lampenschirm, ein abgesägtes Lüftungsrohr, die Bodenplatte eines Holzkohlegrills und diverse Papp- und Kunststoffeimer.

Für die zahlreichen Arme wurden einfache Industriepinsel geköpft und anschließend mit extra angefertigten Holzkleinteilen verleimt. Nach der ersten groben Lackierung gewann so der Droide langsam aber unverkennbar an Form.

Nachdem nun alle Arme montiert waren, ging es mit viel Liebe zum Detail an die Feinheiten. Eine Luftpumpe, ein alter Lampenschirm, sowie ein Autoladekabel wurden zu einem Teleskoparm montiert. Zusätzlich angebrachte Laborgläser verstärkten den Look eines echten (ausgedienten) Mediziners ;-)

Um dem Droiden schließlich nun noch etwas "Leben" einzuhauchen wurden eine Schaltplatine und zahlreiche Dioden im Kopf des Roboters verbaut. Fertig!

Ursprünglich war diese Requisite für eine Szene in einer Krankenstation (der Rebellenallianz) geplant. Doch da selbst in den Originalfilmen dank fleißiger Jawa-Geschäfte Droiden eh an alles und jeden verkauft werden und somit überall im SW-Universum zum Einsatz kommen, haben wir uns eben die Freiheit genommen, unseren FX-4 MK1 in eine kleine schmierige Raumfahrerkneipe auf Tatooine zu versetzen. Das hätte sich der Blechkamerad trotz seiner Programmierung (und medizinischer Fachkenntnisse) wohl nie träumen lassen ;-)

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Der Wookie - Eine haarige Angelegenheit

Während Chewie ja bereits einen Gastauftritt bei unseren Cantina-Aufnahmen hatte, benötigten wir für unsere Kashyyk Schlachtszenen noch dringend "andere" Wookies, die bewusst keine Ähnlichkeit mit Han Solo´s Partner haben sollten. Da kamen Jörg Steegmüllers Bauarbeiten an einem Wookie für die Star Wars Convention JediCon 2010 geradezu wie gerufen.

Die Grundlage bildete eine Abbildung Bernhard Köhlers, dem späteren Träger des Kostüms. Während in der alten Trilogie die Maske von Stuart Freeborn aus Latexschaum gefertigt wurde, verwendete Jörg jedoch für seine Maske hochflexibles und wesentlich beständigeres Silikon.

Bezüglich der Mechanik entschied sich Jörg jedoch gegen die in Episode 3 verwendete servogesteuerte Mundsteuerung und baute 1:1 den alten Mechanismus der klassischen Version nach. Der Mund kann demnach so eingestellt werden, dass er gezielt, je nach Bedarf die linke oder rechte Lefze höher ziehen kann.

Schließlich mußten noch in mühevoller Arbeit etliche Haare einzeln gestochen werden. Nach ca. 10 Wochen reiner Arbeitszeit fehlte lediglich noch ein Haarschnitt um den wuschigen Wookie in den vertrauten Look Chewbaccas zu verwandeln. Doch hier kamen wir ins Spiel. Es gelang uns einen Drehtermin mit Jörg zu finden, bevor er seinen Wookie zum Frisör kam.

Und so freuen wir uns heute über wunderschöne Wookieaufnahmen, welche in unserem neusten Teaser C auch zu sehen sind.

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YODA - Auf den Spuren von Frank Oz

Ohne die obigen anderen Kostüme oder Puppen abwerten zu wollen, muss ich wohl sagen, dass die folgende Arbeit wohl die außergewöhnlichste und atemberaubendste ist: ein genaues Abbild der aus „EPISODE V – Das Imperium schlägt zurück“ weltberühmten Puppe des kleinen Jedimeisters Yoda. Das Original wurde erschaffen von Stuart Freeborn im Jahre 1978. 22 Jahre später steckten sich die drei leidenschaftlichen Modellbauer und Puppenspieler Jörg Steegmüller, Dirk Rößler und Michael Peter das Ziel, das Original nicht nur kompromisslos genau nachzugestalten, sondern ihn auch als voll funktionstüchtige Puppe zum Leben zu erwecken. Dirk und Jörg modellierten an Yodas Kopf, Händen und Füßen über zwei Monate. Sie studierten unzählige Bilder und die Filme, zählten Hautfalten, schauten nach den Details und durchforsteten alle Quellen bis sie nachvollziehen konnten wie die Illusion beim originalen Yoda funktionierte.

    

Eines Tages waren sowohl der Ausdruck als auch die Funktionalität der Puppe im Modell gewährleistet. Als das der Fall war, begannen sie mit dem Formbau, bauten Yodas Stock und Körper nach, und erstellten eine hochflexible Reproduktion von Yodas grüner Haut auf einer Art Schädel-Unterbau. Als die Haut von Yoda zusammen mit der laminierten Stützschale fertig gestellt war, stand nun die Konstruktion einer geeigneten Bewegungsmechanik bevor. Nach mehreren Konstruktionszeichnungen, die anhand von Originalvorlagen bzw. Bildmaterial von ILM entstanden sind, baute Michael die Mechanik komplett aus Messing auf. Die meisten Teile wurden verschraubt und zusätzlich verlötet da die Silikonhaut und die schnellen Bewegungen ( Lidschlag) enorme Kräfte auf die Mechanik bewirkte.  Dennoch musste alles sehr leicht sein um dem Puppenspieler den größtmöglichen Spiel-Komfort zu bieten. Die Augäpfel haben eine dünne Acrylschale, in die wiederum handbemalte Kerne eingelagert sind. Diese Kerne wurden dann gemäß der Original Filmvorlagen bemalt.

Die komplette Mechanik ist über mehrere Umlenkhebel geführt um die Augen später vertikal und horizontal hin und her bewegen zu können. Diese Bewegungen werden vom Puppenspieler von Hand bzw. mit dem Mittelfinger ausgeführt. Die Bewegungen der Augenlieder sowie der Ohren und des rechten Armes mit dem Stock werden außerhalb der Puppe über Bowdenzüge ausgeführt. Jörg bewegt den Kopf, den Mund, die Augäpfel, die Stirn, die linke Hand und ahmt Yodas Stimme nach. Die Bowdenzüge bestehen aus Nylonschläuchen in denen Stahldrähte gleiten. Diese sind an den zu bewegenden Teilen und an den Griffen, die der Spieler betätigt, befestigt. Nach mehreren Tests der einzelnen Baugruppen außerhalb des Kopfes wurde dann die Mechanik an die Stützschale angepasst und eingebaut. Dann kam das Anpassen und Aufbringen der Silikonhaut, die Bemalung, das Einstechen der Haare, und die Aufpolsterung von innen, für eine bequeme Spielbarkeit.

Nun endlich war es so weit: Yoda schlüpfte in sein Mäntelchen und es konnte losgehen: „Hm gutes Essen, heeeiiißß !“ ;-)

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DER DEJARIK SPIELTISCH - Holomonster aus Kinderknete

Die bekannten Holospielfiguren hatten ihren kurzen, aber unvergesslichen Auftritt in "Episode IV - Eine neue Hoffnung" und hätten beinah dazu geführt, das Chewie dem vorlauten C3PO die Arme ausgedreht hätte. Unser Monster-Team wurde aus farbiger Knete aus dem Spielzeugladen geformt, anschließend 30 Minuten bei 120°C im Ofen gebacken und schließlich mit Farbe und Pinsel verfeinert.

Bei dem Spieltisch handelt es um zwei Blumenuntersetzer aus dem Baumarkt. Diese wurden einfach aufeinander geklebt, lackiert und mit Leuchtdioden verziert. Als Standbein dient ein Abflussrohr.

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DER Y-WING - Wenn ein Cockpit eine Reise tut

Im Frühjahr 2007 begann das österreichische Fanfilmprojekt "The Price of Freedom" in einer kleinen Scheune in Niederbayern mit den Bauarbeiten eines Y-Wing Cockpits. Durch unsere Hilfe bei der Umsetzung an einigen eisig kalten Wochenenden, erlaubte uns das befreundete Team die Nutzung des Cockpits für einige kurze Szenen für unseren Film, wofür wie bis heute sehr dankbar sind. Als kleines Dankeschön an die Erbauer, möchten wir hier nun die fast 2jährigen die „Bauarbeiten“ näher vorstellen.

Basierend auf zahlreichen Skizzen wurde zunächst eine massive Holzgrundplatte als Basis benutzt um die Aufbauten modular aufzusetzen. Die Herausforderung war einerseits natürlich eine stabile Konstruktion zu bekommen, andererseits jedoch Materialkosten und vor allem das Gewicht gering zu halten. Die Lösung bestand in der Verwendung von Holzleisten in Verbindung mit Styrodorplatten, welche leicht zu bearbeiten (schnitzen, formen etc.) und unempfindlich auf gewöhnliche Lacke und Farben sind. Da von Anfang an lediglich „Innenaufnahmen“ geplant waren, konnte die Außenansicht des Cockpit vernachlässigt werden.

Nach dem Abschluss des Rohbaus folgte die Lackierung, und plötzlich verwandelte sich unser Bastelwerk in ein richtiges Cockpit . Ein erstes Probesitzen gab schon mal einen groben Eindruck, wie spätere Aufnahmen werden könnten. Purer Spaß und Star Wars Feeling inklusive ;-)

Schließlich wurden mit viel Liebe zum Detail einzelne Elemente wie Schläuche, Konsolen, Schalter und Lichter vorbereitet und schließlich im Cockpit angebracht.

Durch die Rahmenbauweise gelang es 5 einzeln abnehmbare Segmente zu erstellen, welche für die Dreharbeiten beliebig an- und abgebaut werden konnten.

Mit einer Baudauer von über 2 Jahren, einem geschätzten Aufwand von etwa 300 Arbeitsstunden, sowie Kosten von ca. 400€, ist der Aufwand im Vergleich zu der Dauer der gedrehten Szenen natürlich relativ hoch. Aber es hat sich gelohnt, denn nichts geht über eine echte Kulisse bzw. ein echtes Cockpit. Und spätestens bei den Dreharbeiten, die einen wahnsinnigen Spaß machten, war der ganze Aufwand vergessen ;-)

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STERNENZERSTÖRER - Auf den Gängen eines Großkampfschiffes

Während etliche Fanfilmproduktionen vor Bluescreen aufzeichnen um die Aufnahmen anschließend durch computergenerierte Hintergrundgrafiken auszufüllen, haben wir uns ja stets bemüht ausschließlich echte Kulissen zu benutzen. Zum einen lieben wir den Charme realer Sets der alten STAR WARS Filme, zum anderen sieht es einfach besser aus! Aus diesem Grund waren wir natürlich offenen Ohres als in einem netten Gespräch mit den Machern des Fanfilms Tydirium die Idee aufkam, ein lebensgroßes Set eines Sternenzerstörergangs zu bauen. Nach einer groben Kalkulation und Planung beschlossen wir schließlich den gemeinsamen Bau dieses Sets, welches anschließend für Dreharbeiten beider Fanfilme genutzt werden sollte.

Zwei Wochen später hatte Michael, ein Freund und Unterstützer beider Fanfilme eine Drehgenehmigung in einer alten Fabrikhalle nahe München organisiert und bereits 4 Wochen später sollte der Bau des Sets beginnen, ganz nach dem Motto: "Size does matter!" Werner (Tydirium) nutze seine gestalterische Begabung um ein authentisches Set zu entwerfen und Jürgen (Chefkonstrukteur Tydirium & Banthapoodoo) sollte dank seiner Erfahrung an zahlreichen Fanfilmen den Bau des Sets anleiten. Gesagt getan, und so durften wir 4 Monate später eine Filmkulisse vorstellen, welche (im Fanfilmbereich) wohl in ihrer Größe, Authentizität und Detailreichtum einzigartig war, und zwar weltweit!  Auf den folgenden Bildern seid Ihr nun herzlich eingeladen, uns auf dieser Reise zu begleiten.

Zuerst wurde aus Holzlatten ein Grundgerüst für den Hauptgang erstellt. Da die Decke der Halle nicht belastet werden konnte, wurde einen selbstragender Käfig gebaut.

Anschließend wurden aus Gipsplatten und Holzrahmen die einzelnen Wandelemente erstellt.

Diese wurden dann auf das Grundgerüst verschraubt und so langsam begann der Gang an Formen anzunehmen.

Die Struktur der Wände funktionierte auf den ersten Eindruck schon mal sehr gut. Doch der bekannte imperiale Look stellte sich erst ein nachdem auch die die typischen Schrägen und Türbogen verkleidet waren.

Dabei war es uns von Anfang an auch wichtig, eine möglichst verwinkelt und komplex scheinende Struktur des Sets zu erschaffen.

Dadurch wollten wir durch verschiedene Kameraperspektiven die Möglichkeit zu schaffen, das Set filmtechnisch größer erscheinen lassen zu können, als es in Wirklichkeit ist.

Nachdem nun der Gang grob fertig war, widmeten wir uns den filigraneren Elementen, den Türen. Zum einen mussten diese optisch schwer und massiv wirken, zum anderen mussten sie sich jedoch möglichst leicht öffnen und schließen lassen.

Phillip löste dieses Problem durch eine recht intelligente Seilzugkonstruktion, welche während der Dreharbeiten wunderbar gleichmäßig funktionierte.

Schließlich ging es daran die Nebenräume und Seitengänge zu verkleiden, sowie imperiale Konsolen zu bauen. Dazu wurden schlichte Schrankrückwände von Ikea rund gebogen, passend verschraubt und anschließend verspachtelt.

Letzte Feinheiten (Lichter, kleine Bedienelemente, Monitore etc.) an den Türen und imperialen Konsolen gaben nun dem Set den letzten Schliff.

Zusätzlich wurden die Wände eines Seitenganges mit eigens konstruierten Trennelementen versehen, welche durch einfache Papprohre verbunden wurden. Um den technischen Maschinenraum passend zu dekorieren, wurden unzählige Elemente verbaut. Dabei ließen wir  unserer Phantasie freien Lauf und waren im nachhinein selbst erstaunt wie authentisch Pappkartons, umgedrehte Blumenkästen, leere Spraydosen, Kaffeetassendeckel, Flaschenverschlüsse und alte Staubsaugerschläuche nach einer frischen Farbschicht aussehen können ;-)

Nachdem nun das Set komplett gebaut war, mussten sämtliche (ca. 2000) Schrauben verspachtelt und anschließend abgeschliffen werden, kein schöner Job ;-)

Doch endlich konnte nun das Set lackiert werden. Gemäß der Filmvorlage wählten wir einen anthraziten Boden, sowie blaugraue Wände und Decken.

Und das war es, das Innere eines imperialen Sternenzerstörers, inmitten einer baufälligen Fabrikruine. Die erste Begehung war, nachdem die Farbe getrocknet war überwältigend!

Der Imperator wäre stolz auf uns gewesen, wir sind es jedenfalls ;-)

Abschließend noch ein paar Eckdaten:

- Dauer der Bauarbeiten: ca. 4000 Stunden

- Materialkosten: ca. 4000 Euro

- Feeling und Spaß bei den Dreharbeiten: Unbezahlbar!

- Würden wir noch einmal so ein Set bauen? Nie wieder ;-)

Obwohl wir zahlreiche Helfer hatten, lag unsere Teamstärke und das verfügbare Equipment natürlich weit unter dem was George Lucas zur Verfügung hatte. Daher mutierte das Bauprojekt bereits nach wenigen Wochen zu einer echten Herausforderung, die nur durch den eisernen Willen und Durchhaltekraft gemeistert werden konnte. Mir persönlich ist es auch sehr wichtig, die unglaubliche Leistung des Tydirium-Teams (Werner und Phillip) zu betonen. Es war eine Ehre mit Euch zu arbeiten! Jürgen, unser Chefkonstrukteur und treuer Mitstreiter, der bis spät in die Nacht und teilweise bis in die frühen Morgenstunden gesägt, gespachtelt, geschraubt, lackiert und vieles mehr geleistet hat: Ohne Dich wäre dieses Projekt niemals möglich gewesen! Michi, Martin, Stefan, Alex, Olli, Dirk, Franco, Mickey und all die anderen freiwilligen Helfer: DANKE !!!!

Und hier nun ein paar Bilder des fertigen Sets:

Progress

Progress

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JEDI BÜSTEN - Vater und Sohn im Maßstab 1:10

Frage: Welcher Fanfilm hat seine eigenen Spielzeugfiguren? Antwort: WIR ;-) Aus beruflichen Anlass verschlug es unseren Produzenten Anfang 2010 für 6 Monate in die entlegene Hauptstadt Chinas Peking. Neben zahlreicher, interessanter Erfahrungen, die diese Land mit sich bringt, trafen wir aus Zufall auf den Puppenbauer Hou Ze Lin. In den belebten Gassen der alten wunderschönen Huttongvierteln bot er den Dienst an, innerhalb von 20 Minuten eine Miniaturbüste zu erstellen. Dieser Attraktion konnten wir natürlich nicht wiederstehen, wenn es auch am Ende nicht gerade einfach dem fast ausschließlich chinesisch sprechenden Künstler klarzumachen wie das Endergebnis werden sollte.

Als Basis diente in der Tat nicht weiteres als ein hautfarbener Klumpen Knetmasse, aus dem Ze Lin mit wenigen geübten Handgriffen die Kopfform erstellte. Mund, Ohren, ja sogar Nasenlöcher wurden schließlich mit Werkzeug aus einem gewöhnlichen Nagelpflegeset nachgebildet.

Die Haare wurden geformt, aufgeklebt und schließlich mit einer Nagelschere ausgefranzt. Zum Schluss wurden winzig kleine Kügelchen zu Pupillen gerollt und mit einer Pinzette in die Augen gesetzt. Ein Lipclose gab dem Mund den letzten Farbton.

Besonders beeindruckend war zudem die Materialauswahl. Denn der Hauptbestandteil der Büsten besteht neben Resin und Klebstoff aus Klebreis, na dann guten Appetit. Allerdings wenn man bedenkt, dass laut diverser Sagen der gleiche Klebreis als Fugenmaterial für den Bau der chinesischen Mauer verwendet wurde, sollte von einem Verzehr der obigen Büsten wohl eher abgeraten werden ;-)

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