Shooting Reports

Um sich von der breiten Masse an Fanfilmproduktionen etwas abzuheben, entschieden wir uns als Drehorte etwas Ausgefalleneres zu nutzen als den üblichen Wald hinterm Haus oder die Greenbox. Ferne und exotische Schauplätze sollten die Szenerie glaubhafter gestalten und es dem Zuschauer später erleichtern die „fremde Welt“ zu akzeptieren. Anfangs war lediglich Tunesien (nebenbei Originaldrehort von Lucasfilm) geplant und diente als absolut authentische Kulisse für Tatooine. Doch im Laufe der Zeit verbanden wir unsere Leidenschaft des Reisens immer öfter mit Dreharbeiten und so kamen bald weitere Länder dazu. Und so können wir jetzt eigentlich nur noch sagen: Viel Spaß bei unseren Reise-bzw. Drehberichten und schönes Fernweh ;-)

MAP

TATOOINE - Wüste der Träume

Datum: 30. Mai - 6. Juni 2006
Drehort: Tunesien

Bevor wir Tatooine anfliegen durften, galt es erst mal die Kostüme, u.a. die "Waffen" unversehrt und vor allem vollständig über das Mittelmeer zu bekommen. So standen wir bepackt mit 6 Koffern am Münchner Flughafen. Die Blaster - obwohl aus Kunststoff - machten uns ehrlich gesagt schon einige Sorgen. Würde man sie uns abnehmen, wäre der ganze Film gefährdet. Und es kam wie es kommen musste: Der kleine Alukoffer (mit den beiden Tusken Masken und dem Stormtrooper-Blaster) lief durch die Gepäckkontrolle und löste wegen des Alugeflechtes und der Alu-Augen des Tusken prompt erst mal verdutzte Blicke der Sicherheitsangestellten aus. Der Koffer wurde geöffnet und plötzlich stand der Beamte mit hoch erhobenen Blaster vor uns. Ich dachte schon gleich würde uns das Münchner SEK umstellen. Doch irgendwie konnten wir ihm unsere harmlosen Absichten erklären ("Du lässt uns und die Koffer passieren!") und durften mit der kompletten Ausrüstung das Flugzeug besteigen. Die Macht war mit uns ;-)

In Tunesien angekommen, galt es den Mietwagen am Flughafen abzuholen. Doch der reservierte Jeep war nicht da und das riesige AVIS Kundenservice-Center ;-) menschenleer (das Schild "We try harder" konnte uns nun nicht wirklich trösten). Nach 1h kam dann ein kleiner (ca. 100Jahre alter) Tunesier mit einem knallroten Fes auf dem Kopf und nach schließlich 5 weiteren Stunden saßen wir dann endlich in unserem Auto.


Tag 1 Zu Gast bei Owen Lars und Tante Beru (Owen Lars Homestead Interieur)

Drehort: Hotel Sid Sidriess, Matmata
Koordinaten/Wegbeschreibung: Nicht nötig, da der Ort auf jeder Karte und in jedem Reiseführer aufgeführt ist.

Wo einst vor 30 Jahren Mark Hamill und Antony Daniels vor der Kamera standen, ist mittlerweile ein echt außergewöhnliches Hotel entstanden: sehr einfach, aber sauber und für jeden Fan ein absolutes Erlebnis. Natürlich gab es nur ein Gericht zum Dinner: Kus Kus ;-)

Das Sandtrooper-Kostüm erzeugte bei den Einheimischen jedenfalls rege Aufregung. Touristen nutzen ihre Gelegenheit für ein Foto, blieben jedoch glücklicherweise nie lang genug um unsere Dreharbeiten zu behindern.

Hier bekamen wir dann auch erst mal die tunesische Bürokratie zu spüren, d.h. Ärger mit Beamten des Touristik Büros Matmata, welche unsere Drehgenehmigung sehen wollten. Bis wir ihnen mit unserem Schulfranzösisch erklärt hatten, dass wir nur einen privaten Fanfilm drehen („no Cinema“, „no television“) war fast die Sonne weg. Dass wir nur Amateure sind wollte er uns aufgrund des Stormtrooperkostümes leider nicht ganz glauben ;-)

Wir versprachen ihm also das zuständige Touristik Büro in Gabes aufzusuchen und dort eine Drehgenehmigung zu erstehen. Dort angekommen, wusste natürlich keiner etwas von derartigen Genehmigungen. Stattdessen empfahl man uns eventuelle Wächter oder sonstige Beamten (somit die eigenen Kollegen) von derartigen Star Wars Locations einfach zu bestechen ;-)


Tag 2 Auf der Suche nach George Lucas geheimen Filmset (Mos Esba)

Drehort: Wüste nördlich von Nefta
Koordinaten: 33°59'67''N, 7°50'53''E

Wegbeschreibung: Das Set befindet sich ca. 14km nördlich von Nefta. Kurz bevor man in Richtung Westen (Algerische Grenze) den Ort verlässt, führt eine kleine Straße direkt nach Norden. Diese Straße mündet schließlich in einen kleinen Pistenweg, der leicht westlich verläuft. 4-Rad Antrieb ist ein absolutes Muss. Mein Tipp: Einfach in einem der größeren Hotels nachfragen, ob man den lokalen Touri-Jeep-Touren hinterherfahren darf.

Tja die große Suche nach George Lucas verstecktem Filmset. War eigentlich ganz einfach. Man stellt sich vor eines der großen Hotels und fährt den Hoteljeeps hinterher, die täglich dutzende Touris zu der Attraktion der Region karren ;-) Also auf die Piste, rein in die Dünen und nach 14km waren wir fast am Ziel. Ich musste ständig an einen Wegbeschreibung eines Fans aus dem Internet denken, in der es unter anderem hieß "...vorbei am Kopf dem Dromedars!". Tja, und das war es, eine Bergformation die exakt diese Form hatte ;-)

Das kleine Star Wars Dörfchen war fast schon am Horizont erkennbar, da kamen uns plötzlich einige LKW, beladen mit Fahrzeugen aus dem 2.Weltkrieg, entgegen. Waren hier gerade Dreharbeiten eines Hollywoodstreifens abgedreht worden? Eventuell Indiana Jones 4? In einem späterem Gespräch mit einem tunesischen Tour-Guide wurde diese Annahme zwar bestätigt, da jedoch derzeit auf keiner Webseite über derartige Dreharbeiten berichtet wird, könnte es sich hierbei natürlich auch um einen Irrtum handeln. Wahnsinn, wären wir nur ein paar Tage früher da gewesen, wer weiß, vielleicht hätten wir jetzt ein paar Bilder mit Harrison präsentieren können ;-)

Andernfalls, wäre das Wüstenset durch eine große Produktion gesperrt gewesen, hätten wir nicht unseren eigenen Film drehen können. Also sahen wir gespannt nach vorne und genossen den Blick auf...MOS ESPA.

Watto´s Haus war nicht schwer zu finden, also hinein und nach ihm gerufen "A puthe ta Nolja" ;-) Wie man sehr gut erkennen kann, handelt es sich in der Tat um reine Kulissen, die Rückseiten bzw. das Innenleben bestehen lediglich aus Holz und Pappmasche. Tja, auf diesem Tisch (im Bild unten rechts) muss dann wohl der kleine Anakin gesessen haben?

Geführte Jeeptouren verweilen jedoch glücklicherweise nie sehr lange an einem Platz. Wir nutzen also die Zeit um uns ein wenig umzuschauen.

Nach 5min. gehörte das Set ganz und allein uns. Leider war jedoch auch die Sonne am untergehen und so beschlossen wir für ein Sundown-Foto mit dem Wagen auf die Düne zu fahren, ganz schlechte Idee (Tipp eines Freundes mit sehr viel Wüstenerfahrung: „Fahre niemals allein durch die Dünen“). Einmal falsch gebremst und schon standen wir mitten auf der Kante, und bekamen den Wagen keinen Meter vor und zurück. Als dann noch ein Sandsturm über uns hereinbrach war das erste Chaos perfekt, das ganze nat. ohne Schaufel oder Bretter. Eigentlich hatte ich mich zu diesem Zeitpunkt schon mit dem Gedanken angefreundet in Wattos Haus zu übernachten ;-) Schließlich kamen dann 2 Beduinen vorbei, die uns halfen den Wagen freizuschaufeln. Als uns dann der ältere von beiden einlud, bei ihm in einer Strohhütte direkt am Filmset zu übernachten, konnten wir natürlich nicht ablehnen.

So gab es zum Abendbrot Dosenfisch mit trockenem Baguette und zum Nachtisch eine Wassermelone. Mabrouk, so sein Name, war natürlich bei den Star Wars Dreharbeiten dabei und hatte viel zu erzählen, und so kam unter dem perfekten Sternenhimmel am Set von Mos Esba eine sehr abenteuerliche Stimmung auf. Es ging uns einfach saugut!

Am nächsten Tag wachten wir dann sandbedeckt um 6Uhr morgens, traten vor die Hütte, und sahen bereits 20 Jeeps auf der Düne stehen, ich hätte fast gekotzt. Ich also den Stormtrooper angezogen und erst mal die ersten Touris angehalten und nach ihren Papieren gefragt (siehe Kurzfilm "A Trooper´s Diary" bei den Downloads). Deren Reiseleiter war so dreist, dass er uns als die original amerikanische Filmcrew angepriesen hat, die Probeaufnahmen für die kommende STAR WARS Filme macht, die Touries (diesmal Spanier) sind förmlich ausgeflippt und wollten ca. 2000 Fotos mit uns machen, so ein bisserl wie Stars haben wir uns schon gefühlt ;-)

Glücklicherweise finden aufgrund der hohen Temperaturen, die Ausflüge der Hotels nur in den Morgen- und Abendstunden statt, d.h. vor uns lag ein kompletter Drehtag in den Originalkulissen von Lucasfilm, ein absoluter Traum !


Tag 3 Auf den Spuren Luke Skywalkers (Owen Lars Homestead Exterieur aka The Moisture Farm)

Drehort: Chot el Djerid
Koordinaten: Leider nicht vorhanden aufgrund eines GPS-Fehlers.

Wegbeschreibung: Verlässt man Nefta auf der Hauptstraße Richtung Westen, erscheint nach ca. 6km am rechten Straßenrand ein Schild mit der Aufschrift "Dunes de sable". Wer diesen Weg folgt, erreicht nach ein paar Hundert Metern die berühmte große Düne, an der C3PO in "Episode IV - A New Hope" den Sandcrawler der Jawas zu Hilfe ruft. Sehr beeindruckend, doch dies ist nicht unser eigentliches Ziel. Schaut man nämlich von der Straße in die andere Richtung nach Süden erkennt man in der Ferne im Chott el Djerid das kleine weiße Iglu, hauptsächlich bekannt aus Episode II und IV.

Bereits einen Tag nach unserem Wüstenabenteuer, missachteten wir einen weiteren Sicherheitstipp meines Freundes („fahre niemals in das Chot, da sind schon ganze Karawanen eingebrochen “). Doch Luke Skywalker´s berühmtes Iglu war bereits von der Straße kurz nach Nefta zu sehen. Es lag greifbar nah, sogar Jeepspuren führten in seine Richtung. Also wagten wir die Fahrt in das Chot, einem riesigen Salzmeer im Westen Tunesiens.

Nach ca. 2km brachen wir auf der Salzdecke ein und versanken bis gut 1/3 des Radkastens im seifigen Schlick. UPS ! Während sich Veit auf den Weg zurück zur Straße machte um Hilfe zu holen, ging ich die restl. 500m zu Fuß zum Iglu, zerlegte dort einen kleinen Holztisch aus losen Brettern vor dem Haus (Sorry, aber wie waren echt in einer Notlage. Außerdem hätte mich der Tisch eh für die Dreharbeiten gestört ;-)) und kehrte mit reichlich Unterlegmaterial zurück zum Auto. So nach 3 Stunden graben gelang es uns den Wagen zu befreien und auf den Holzbrettern Meter für Meter das Chot wieder zu verlassen. Das wir und das Auto reichlich verschlammt waren, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Die Vorfahrt vor dem Hotel in Nefta war jedenfalls reichlich amüsant.

Vor kurzem haben wir uns mal Episode IV mit George´s Audiokommentar angeschaut und mussten laut lachend hören, das Lucasfilm vor 30 Jahren genau das gleiche passiert war: Regen am Tag zuvor, alle LKWs und sogar die Abschlepptraktoren waren stecken geblieben stecken und konnten erst nach 2Wochen befreit werden! Na wenn das kein gutes Ohmen ist ;-)

Am nächsten Morgen machten wir uns also zu Fuß in Richtung Iglu. Je näher wir kamen, desto höher schlug das Herz.

Durch den Regen am Vortag, stand jedoch das Iglu, sowie der berühmte Krater vollkommen unter Wasser.

Nebenbei sei bemerkt, dass es sich bei diesem Krater im Film um das Erdloch zu Owen und Berus Behausung handelt. Durch die im Film angewandte Perspektive und einen raffinierten Schnitt bemerkt man nicht, dass es sich bei dem Bauwerk eigentlich um 2 verschiedene (um ca.300km entfernte) Drehorte handelt. Das Innenleben dieses Kraters wurde also von uns (genauso wie einst von George Lucas) in Matmata (siehe 1.Drehtag) gefilmt.

Wir drehten also unsere wenigen Aufnahmen ab und verweilten noch eine Weile. An diesem Ort zu stehen, wo einst Mark Hamill in den Sonnenuntergang schaute und wo Hayden Christensen auf das Speederbike steigt, war schon ein seltsames und tolles Gefühl.


Tag 4 Unter Sandleuten

Drehort: Sidi Bouhel
Koordinaten: 34°01'56''N, 8°16'58''

Wegbeschreibung: Durchquert man das Chot el Djerid Richtung Westen, muss man gleich die erste Straße nach Verlassen den Chots an dem Schild "Dghoumes" rechts abbiegen und dieser ca. 2,1km folgen. Die letzte Abzweigung wird durch ein Schild "Sidi Bouhel" angezeigt. Nach weiteren ca. 1,6 km steht man dann am Fuß des Canyons.

Der kleine Fußmarsch in den Tusken Canyon war ein sehr aufregendes und zugleich merkwürdiges Erlebnis: Wir betraten einen fremden Ort und er war uns vertraut, als wären wir schon mal hier gewesen.

Es ist wirklich unbeschreiblich, man steht in diesem Tal, dreht den Kopf und vor dem geistigen Auge spielen sich plötzlich die weltbekannten Szenen aus „Episode IV - Eine neue Hoffnung“ ab: „Wow, da standen Ben und Luke und schauten auf Mos Eisley“, „Hier war der Angriff des Tusken auf Luke“,

Dort hat sich R2 versteckt“, und „Von dort kam Ben Kenobi“, jeder Fan erkennt hier die Orte auf Anhieb.

Ok, dann hieß es genug gestaunt, Tusken-Kostüm angezogen und ran an die Arbeit.


Tag 5 Sohn der 2 Sonnen

Drehort: Oase von Ksar Ghilane
Koordinaten/Wegbeschreibung: Nicht nötig, der Ort auf jeder Karte und in jedem Reiseführer aufgeführt ist.

Der Weg zu unserem Ziel führte vorbei an Douz, der kleiner touristenüberfüllten Oase. Eine Sache hatte dieser Ort jedoch zu bieten: Günstige Flüge über die Wüstenlandschaft. Ein nettes Erlebnis, welches zugleich ein paar farbreiche Aufnahmen der Saharadünen brachte ;-)

Ksar Ghilane ist eine kleine Oase inmitten der Sahara. Obwohl es sich hierbei nicht um einen STAR WARS Schauplatz handelt, ist dieser Ort jedem Tunesienreisenden zu empfehlen.

Diese kleine Oase, welche u.a. einen kleinen natürlichen Pool in Form einer Thermalquelle bietet, ist ein absoluter Traum. Nur die Piste dahin, der Horror pur. Uns sind tatsächlich die Koffer und Taschen bis an die Decke geflogen. Eine Fahrt auf diesen von Sanddünen überzogenen Pisten ist ohne 4Rad-Antrieb absolut unmöglich. Hier bot sich die Landschaft an um wunderschöne Wüstenaufnahmen zu machen, u.a. vor dem atemberaubenden Sonnenaufgang.


Tag 6 Hinterhalt der Sith
Drehort: Die Bergstadt von Gourmesa
Koordinaten/Wegbeschreibung: Nicht nötig, der Ort (westlich von Tataouine) auf jeder Karte und in jedem Reiseführer aufgeführt ist.

Wieder einmal handelt es sich auch hier um keine Lucasfilm-Location, trotzdem hielt ich diesen ehrfürchtigen Ort, den ich bereits aus einem früheren Urlaub kannte, für außerordentlich geeignet, den Hinterhalt der dunklen Jedi darzustellen.

Das Wetter war super, wir waren wie immer absolut allein und ungestört. Nur der starke Wind machte mir in meinem schwarzen Sith-Kostüm etwas zu schaffen, da mir mein bedrohlicher Umhang ständig ins Gesicht flatterte ;-)

Auf dem Rückweg machten wir schließlich noch einen kurzen Zwischenstopp in Ksar Hedada, auch bekannt als Anakin's Wohnstätte in „Episode I - Die dunkle Bedrohung“. Das einzig beeindruckende an diesem Ort war das riesige Schild mit dem Hinweis auf den STAR WARS Film. Das Hotel an sich nicht war nicht wirklich aufregend.

Auf der Weiterfahrt nach Djerba gönnten wir uns schließlich noch eine kurze Besichtigung von Ben Kenobi´s Haus in dem kleinen Ort Adjim. Leider ist dieses Haus nur den Kennern der Original-Trilogie bekannt, da es in der Spezial-Edition durch ein CGI-Painting ersetzt wurde. Das wirklich witzige an diesem Haus ist: Während es im Film weit oben im Bergland Tatooines steht, befindet es sich in der Realität am Meer. Zum Abschluss beschlossen wir den letzten Tag in einem Luxushotel auf Djerba zu verbringen. Nach 5 Tagen in der Wüste genossen wir wahrlich den Pool, das Buffet und die sauberen Betten.


Tag 7 Abschied von der Wüste der Träume

Somit verließen wir Tunesien am 8.Tag. Die Crewmitglieder ca. 1-2kg leichter und voller kleinerer Blessuren, im Gepäck sechs verschlissene Kostüme und sieben volle HDV-Tapes, die Köpfe gefüllt mit den Erinnerungen an eine wundervolle Woche, voller Abenteuer, Gefahren und Eindrücken, an die wir uns unsere Leben lang erinnern werden. Erinnerungen an die Wüste der Träume.

UP


NABOO

Datum: 6. August 2006
Drehort: Villa Balbianello, Lenno, Italien
Koordinaten: 45°57'54.26"N, 9°12'8.79"E
Wegbeschreibung: Nicht nötig, da der Ort auf jeder Karte und in jedem Reiseführer aufgeführt ist.

An einem kühlen, verregneten Samstagmorgen fand sich das Team zusammen um den Sommer kurzzeitig etwas zu verlängern, und nebenbei ein paar kurze Aufnahmen vor der wunderschönen Original-Kulisse aus "Episode II - Angriff der Clonekrieger" abzudrehen. Also machten wir den Weg zum Ziel und überquerten die Alpen über den recht knackigen Stelvio Pass.

Nach wenigen Stunden Fahrt und war der Sommer zurück. Für eine erste Begeisterung sorgten die milden Temperaturen und der Comer See, welcher mit all seinen kleinen Dörfchen ein wahres Bilderbuch-Italien bietet. Kein Wunder, dass George sich hier ein Häuschen geleistet hat. P.S. Clooney, nicht Lucas ;-)

Da die kleine Villa auf einer Halbinsel steht, ist sie sehr leicht zu Fuß zu erreichen. Dass das Gelände nicht ganz öffentlich ist und Eintritt gezahlt werden muss wussten wir. Aber würden wir auch drehen dürfen? Erste vorsichtige Anfrage wurde mit einem schlichten "No!" beantwortet. Durch eine kleine Notlüge (unsere Freunde, die bald heiraten würden, hätten sich hier kennen gelernt, und wir würden einen Film für die Hochzeit drehen), geübten Handschwenks ("Ihr wollt uns filmen lassen!) und dem Versprechen uns nicht dem Haus zu nähern, sondern nur im Garten zu filmen (!!!), gelang es uns dann doch eine Drehgenehmigung zu erhalten.

Da das gesamte Gelände kameraüberwacht war, beschlossen wir nun wirklich rasch vorzugehen: Die wichtigen Aufnahmen zuerst, damit, falls wir auffliegen würden, ich wenigstens ein paar Aufnahmen von Naboo hatte. Also hieß es schnell Kostüme an, schminken, Stativ aufbauen und loooossss!

Puh, der berühmte Balkon war schon mal im Kasten. Jetzt fehlte nur noch die Aufnahme am Haus. Am Haus ? War da nicht was? Ich konnte mich wirklich nicht mehr erinnern ;-)

Nachdem die Aufnahmen ebenfalls gelungen waren, nutzen wir die Zeit noch für ein schönes Foto, jetzt war ja eh alles egal ;-)

Um jedoch eine passende Außenaufnahme der Villa zu bekommen, mussten wir die Halbinsel über den Wasserweg verlassen. Per Seetaxi fuhren wir noch einen großen Bogen um das Anwesen, legten am nahe gelegenen Sandstrand der Lidodilenno Strand Bar an...

...tankten noch etwas Sonne und fuhren dann gemütlich in Richtung Norden, zurück nach München, wo der Sommer sich noch immer sträubte zurückzukehren.

UP


YAVIN IV - Der geheime Rebellenstützpunkt

Datum: in Planung
Drehort: Tikal, Guatemala
Koordinaten: 17°13'2"N, 89°38'9"E


Datum: 9. September 2006
Drehort: Zeppelinhangar, Friedrichshafen, Deutschland
Koordinaten: 47°40'26.70"N, 9°30'25.91"E

Für eine kurze Hangarszene benötigten wir einen schönen, großen und vor allem leeren Hangar. Diesmal galt ganz klar: SIZE DOES MATTER. Nach einigen Bildrecherchen im Internet kam nur einer in Frage, einer der drei größten Hangars der Welt, der Zeppelinhangar in Friedrichshafen. Die Mitarbeiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit erwies sich als ausgesprochen nett und hilfsbereit und gestand uns eine Stunde Dreharbeiten vor den gewaltigen Toren des Hangars zu. Doch bevor es losging, sollten die Vorbereitungen für diesen relativen kurzen Shot mich noch einige Nerven kosten. Marco´s R2 Einheit wurde von der German Garrison für eine große Medien-Veranstaltung in München gemietet. Ohne einen Astromech hätte jedoch die Szene nur halb so schön gewirkt, die ganze Planung schien also erst mal umsonst. Nachdem ich nun unseren Dreh schweren Herzens schon abgesagt hatte, geschah jedoch ein kleines Wunder: Lucasfilm ließ für das Medien-Event ausschließlich Originalmaterial- und Kostüme zu. Der Auftritt der German Garrison und von R2 musste leider ausfallen. Des einen Leid, des anderen: R2 war wieder frei, frei für unsere Aufnahmen. Dank Lucas(film) himself  fanden unsere Dreharbeiten also wie geplant statt.

Jedoch konnte immer noch das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen. Der Zeppelin ist zwar nicht sehr empfindlich, bietet aber durch seine Größe dem Wind viel Angriffsfläche. Bei Gewitter oder zu starken Winden (über 20 Knoten wie kurzzeitig am Vortag) wäre der Zeppelin (auch zum Wohle der Passagiere) am Boden und der Hangar verschlossen geblieben. Doch wir hatten Glück und erwischten nach wochenlangen Regen einen der schönsten Tage im September ;-)

Und so ging es in den frühen Morgenstunden bei strahlendem Sonnenschein Richtung Südwesten an den Bodensee. Die am Eingang des Hangars verweilenden Fluggäste hatten jedenfalls reichlich Unterhaltung als unsere kleine Crew begann die Kostüme anzuziehen und den kleinen weißen Droiden auf die Beine zu stellen.

  

Nachdem uns der Einlass gewährt worden war und die Hangartore geöffnet wurden, zählte die Zeit: eine Stunde! Plötzlich merkten wir, dass die Rüstung des Protokolldroiden nicht komplett geschlossen werden konnte (da der Schauspieler rel. kurzfristig ausgetauscht wurde, hatten wir im Vorfeld keine Gelegenheit gehabt die Passform zu testen. Böser Fehler!). Also wurden kurz entschlossen die Rollen und die Kostüme getauscht. Das waren verdammt kostbare Minuten.

  

Das wahre Highlight des Tages für unsere beiden Mädels: Fotoshooting mit C3PO und R2!

 

Schließlich konnte dann doch noch Ruhe einkehren und die Aufnahmen konnten endlich beginnen. Klappe, Kamera läuft und Äkschn !

 

Keine Ahnung wie, aber irgendwie schafften wir doch noch alle Aufnahmen in time. Zum Abschluss gab es dann noch ein Busserl für unseren Astrodroiden und dann kam endlich die Erlösung für unseren tapferen Dirk in der goldenen Maske.

 

Und so verabschiedete sich das Bantha Poodoo Team und machte sich auf dem Weg zu einem wohlverdienten Mittagessen an der Friedrichshafener Seepromenade.

Hiermit möchte ich mich auch im Namen der Crew noch einmal ausdrücklich bei Kathrin Runge und der Ground Crew für die Hilfsbereitschaft und die Unterstützung bedanken. Ohne so nette Menschen wären solch verrückte Ausflüge und Projekte wie dieser Fanfilm nicht möglich! Und natürlich ganz lieben Dank an Marco Hammerand, dessen kleiner Astromech ausgezeichnete Arbeit geliefert hat! Während der gesamten Rückfahrt verweilte er tapfer auf dem Autodach und erledigte zuverlässig kleinere Reparaturarbeiten am Hyperantrieb ;-)

UP


KASHYYK - Heimat der Wookies


Datum: 17.- 26 Januar 2007
Drehort: Tioman, Malaysia
Koordinaten: 2°47'30.85"N, 104° 7'26.14"E

Um den tristen Wetter im kalten verregneten Deutschland zu entfliehen, beschloss ich mit einigen Freunden einen chilligen Tauchurlaub in der Sonne Südasiens zu machen. Aus Recherchen wussten wir, dass einige der Kashyyk-Aufnahmen (eben nicht alles war CGI) aus "Episode III - Die Rache der Sith" an den Küsten Thailands und Chinas entstanden waren. Da jedoch nicht die Dreharbeiten, sondern der Tauchsport im Vordergrund stand, fiel die Entscheidung auf eine kleine Insel vor Malaysia. Doch wie sich später zeigte, war unsere Wahl nicht die schlechteste ;-)

Und so wurde die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und der Clonepanzer kam mit den in den Koffer. Um am Flughafen nicht wieder (wie bei der Tunesienreise) 1000 Tode während der Waffenkontrolle zu sterben, wurde der Blaster in 5 Teile zerlegt und, verteilt auf mehrere Koffer, in den Flieger geschmuggelt. 14h Flug später waren wir endlich im Paradies.

Doch das Wetter (fast 10 Tage Regen am Stück) vermieste uns schnell die Urlaubsstimmung. Nun gut, was schlecht war für den verdienten Entspannungsurlaub, war wiederum gut für die Dreharbeiten. Die Strände waren wie leergefegt und das nebelige Regenwetter sorgte für eine absolut authentische Kashyyk-Atmosphäre.

Und so entpuppte sich die kleine Insel als perfekte Kulisse: leere Strände, charakteristische Küstenfelsen, eine dichte Berglandschaft mit verhangenen Schluchten und einem giftig grünem Dschungeldickicht. 

Glücklicherweise kam zwischendurch doch immer wieder die Sonne durch, was für wunderschöne Aufnahmen sorgte. Naja und bei Temperaturen von um die 30°C und einer Luftfeuchtigkeit von meist über 80% lässt sich dann mal richtig angenehm schauspielern: "Maskeeee, bitte Schweiss abputzen!" ;-)

Die einzigen Gäste die wir während den Dreharbeiten hatten, waren ein paar wenige Einheimische. Natürlich waren diese genauso wenig der englischen Sprache mächtig wie wir der malaysischen. Aber zwei simple wiederholte Wörter verstanden wir sofort: "STAR WARS, STAR WARS". Tja, das nennt man Völkerverständigung ;-)


Datum: 12. Juni 2010
Drehort: Li River, Yangshuo, China
Koordinaten: 24°47'N, 110°30'E

Die Dreharbeiten in Malaysia lieferten wunderschöne Strand- und Dschungelaufnahmen, was jedoch noch fehlte waren diese typischen Felsformationen entlang der Küste. Aus beruflichen Gründen verschlug es mich für ein halbes Jahr nach China, wo ich die Chance ergriff einen Kurztrip in die südlichen Provinzen zu unternehmen, welche vor allem durch tropische Klimaverhältnisse und endlose Reisfelder bekannt sind.

Das besondere an der Region um den Li River war jedoch eine besondere Gebirgsstruktur, welche auch schon bereits von Lucasfilm für ihre Kashyykszenen verwendet wurde.

Das Wetter war perfekt. Leicht bedeckt, tropisch feucht und die bizarren Berge umhüllt von rießigen Nebelfeldern, gelang es mir Aufnahmen einzufangen die denen aus Episode III nicht ähnlicher sein könnten. Das ganze zudem an einem Original Drehort, genial. Fehlten eigentlich nur noch die Wookies ;-)

UP


ANDO PRIME - Gefangen im ewigen Eis

Datum: 17. Dezember 2006 - 19.Dezember 2010
Drehort: Gletschergipfel“Gefrorene Wand“ (3250m Höhe), Hintertux, Österreich
Koordinaten: 47°40'26.70"N, 9°30'25.91"E

Wie jeder eingefleischte STAR WARS Fan weiß, entstanden die Aufnahmen für "Episode V - Das Imperium schlägt zurück" in der Eiswüste nahe des norwegischen Ortes Finse. Da wir jedoch mit den Alpen eine täuschend ähnliche Landschaft direkt vor der Haustür hatten, beschlossen wir unserem Motto "an Original-Schauplätzen zu drehen" zu Gunsten der Reisekasse ausnahmsweise einmal untreu zu werden. Und somit wählten wir einen Drehort, der seinem Namen alle Ehre machte.

Rückblickend lässt sich jedoch sagen, dass die „Eisplanet-Aufnahmen“ sich als die bisher schwierigsten und körperlich anstrengendsten herausgestellt haben. Ganz ehrlich, dagegen war selbst Tunesien ein Spaziergang! In bisher drei Drehtagen (oder besser „Drehversuchen“), die die gesamte Crew an die Grenzen ihrer Belastbarkeit geführt haben, wurden bisher lediglich die Hälfte der laut Drehbuch geplanten Szenen aufgenommen. Somit ist dieses Kapitel leider noch nicht abgeschlossen, aber lest selbst.

Tag 1/2 Warm Up im Schnee

Die Befürchtungen "zu wenig" Schnee zu haben schlugen vor Ort prompt in das Gegenteil um. Wir versanken bis zu den Oberschenkeln in frischem Pulverschnee ;-) Kulisse und Landschaft waren absolut atemberaubend, ja das war Hoth!

Leider waren die Dreharbeiten durch den tiefen Schnee und das unwegsame Gelände extrem mühsam und anstrengend. Für eine Verlagerung des Drehortes um ein paar hundert Meter musste man schon mal ca. 30min. Kampf durch den Schnee rechnen.

Schließlich ist uns dann noch der Snowtrooperhelm bei einer Szene aus den Händen geglitten und in die Piste hinab gerollt, das Scheißding war echt weg. Mit Bene´s Idee, ihn am nächsten Tag mit dem Snowboard zu holen wollte ich mich nicht wirklich anfreunden. Würde der Wind den Helm forttreiben oder ein Skifahrer ihn als Souvenir mitnehmen, wären die Dreharbeiten gestorben. Ich also hinab hinter dem Helm her, nach ca. 1 1/2 h war ich dann wieder oben, gerade noch rechtzeitig um die letzte Gondel ins Tal zu erwischen. Oh man, das war kostbare Drehzeit. Nach diesem Einsatz auf 3200m Höhe und -14° waren wir abends dementsprechend platt ;-)


Tag 3 Gefangen im Schneesturm

An diesem Tag wünschte ich mir wirklich, wir wären doch eine Bluescreen-Produktion. Nach wochenlanger Planung und intensiver Vorbereitung schien alles perfekt. Zahlreiche Fans aus ganz Deutschland hatten für die Teilnahme als Schauspieler, Statisten und Helfer zugesagt, sämtliche Kameraeinstellungen waren speziell für den Drehort angepasst, und sogar das Wetter sollte laut Vorhersage sonnig und heiter werden.

Doch wie schon bei dem Tunesien-Dreh (wo wir ja genau wie die Lucas Crew im Chot el Djerid steckenblieben) wurde uns auch diesmal das gleiche Schicksal wie der Lucas Crew bei  dem Dreh von „Episode V" zuteil. 1979 waren Irvin Kershner (damaliger Produzent) und sein Kamerateam gezwungen aufgrund eines schweren Schneesturmes direkt aus dem Hotelzimmer zu filmen, während Mark Hamill wenige Meter vor dem Eingang im tobenden Schnee agierte. Tja, warum sollte es uns anders ergehen? Ob wir das als Fluch oder als gutes Omen deuten sollten, naja das wird sich noch zeigen ;-)

Jedenfalls waren wir kaum aus dem Skilift ausgestiegen steckten wir schon ein einem fetten Windsturm. Obwohl fast alle Pisten geschlossen waren, legten wir es auf einen Versuch an. So schnell wollten wir nicht aufgeben. Kurz darauf befand sich die ganze Crew mitsamt der schweren Ausrüstung tapfer auf dem Marsch durch den Sturm zum eigentlichen Drehort. Doch was wir am geplanten Spot vorfanden waren alles andere als angenehme Drehbedingungen.

Bei einer Windgeschwindigkeit von ca. 50km/h blies und ein -17° eisiger Wind ins Gesicht, der durch den aufgewirbelten Eisschnee die Sicht auf ca. 10m verringerte. Fazit: Drehen unmöglich ! Nun mussten schnell Entscheidungen getroffen werden, denn die Zeit rann uns davon. Vollkommen entkräftet und durchgefroren kämpften wir uns dann weiter zur nächsten Skihütte.

Inzwischen waren 4h vergangen. Für mich persönlich war nun der Drehtag eigentlich gelaufen. Erschwert kam noch hinzu, dass wir nun auch noch auf dieser Hütte festsaßen. Doch wir wären nicht das Banthapoodoo Team, wenn nicht doch noch ein kleines Wunder passiert wäre. Nein, keine Wetterverbesserung, das wäre viel zu einfach. Mit viel Überzeugungsarbeit und einer kräftigen Zugabe aus dem Portemonnaie gelang es uns den Hüttenwirt zu überzeugen, uns aus unserer Notsituation zu helfen.

Und so saß wenige Minuten später die ganze Crew im vorderen (!) Ladungskäfig einer Pistenraupe auf dem Weg zu einer tiefer gelegenen Liftstation.

Dieses Erlebnis war so lustig, dass die Motivation der Gruppe echt noch einmal so einen gewaltigen Auftrieb bekam, dass wir es wirklich noch schafften in dem nun ruhigeren Bergabschnitt die Dreharbeiten „leicht verspätet“ zu beginnen.

Und wie ein kleines Wunder drehten wir fleißig eine Szene nach der anderen ab, als hätte es nie einen Schneesturm gegeben.

Natürlich konnten wir die Zeit nicht zurückdrehen, und die verlorenen Stunden kosteten uns viele Szenen. Am Ende fuhren wir zwar abgekämpft und sichtbar erschöpft nach Hause, aber trotzdem stolz und den Kopf voller Erinnerungen an einen sehr abenteuerlichen (eigentlich Banthatypischen ;-)) Drehtag.

Und somit möchte ich mich noch einmal bei allen Beteiligten (vor allem bei den tapferen Mädels) für diese Wahnsinnsleistung bedanken. Das Team an diesem Tag war das eigentliche Wunder. Nach 4h Kampf durch den Schnee dachte ich echt, jeden Moment würde mir die ganze Truppe das Zeug vor die Füsse werfen und wegrennen. Doch genau das Gegenteil passierte! So ein Kampfgeist und eine ungebrochene Motivation ist selbst unter STAR WARS Fans extrem außergewöhnlich und selten. Die Macht war nicht nur mit, sie war in uns! Finse, Norwegen? Pah, was ist das schon ;-)


Tag 4 Über den Wolken muss die Freiheit...

...wohl grenzenlos sein. Eine Woche später nach der stürmischen Erfahrung nahmen wir das nette Angebot eines Freundes an, die Alpen mit dem Flugzeug zu überqueren.

Natürlich nutze ich die Gelegenheit ein paar Luftaufnahmen zu machen. Ohne die genaue Flugroute vorher gekannt zu haben, erkannte ich plötzlich eine Bergformation wieder. Zu unserer Rechten lag der Hintertuxer Geltscher, der berüchtigte Berg, der uns eine Woche zuvor durch Wind und Sturm die Dreharbeiten verdorben hatte.

Komisch, von hier oben sah eigentlich alles sehr friedlich aus ;-)


Tag 5 Das Ende für den Eisplanet?

Fast 2 Monate nach unserem letzten Abenteuer in den Bergen kehrten wir zurück, um die noch verbleibenden Szenen nachzudrehen. Nachdem wir ja bei dem letzten Versuch die Dreharbeiten wegen einem Schneesturm abrechen mussten, dachten wir es könne nicht schlimmer kommen. Weit gefehlt. Noch wenige Tage vor dem Dreh saß ich bei milden 16°C im Biergarten und genoss die Frühlingssonne. Doch als wären wir verflucht, verschlechterte sich kurz vor unserem Termin das Wetter. Was tun? Absagen? Nein, wir wollten es versuchen und das Kapitel Hoth endlich abschließen. Also wagten wir erneut den Ausflug in die eisigen Höhen des auf 3200m Höhe gelegen Hintertuxer Gletschers.

Während bei dem letzten Drehversuch Aufnahmen wegen des Windsturms schlichtweg unmöglich waren, hatten wir diesmal durchweg ertragbare Drehbedingungen. Die Temperatur betrug um die -5°C und der Wind war mäßig. Mir persönlich wäre zwar allein wegen der Bildqualität Sonnenschein lieber gewesen, aber ich muss zugeben das nebelige Wetter und der Schneefall erzeugten durchaus eine äußerst authentische Atmosphäre.

Aufgrund des schlechten Wetters und des teilweise frischen Tiefschnees gingen die Dreharbeiten leider nur langsam voran. Die dünne Höhenluft zerrte an den Kräften und die Schauspieler drohten sich nach kurzer Zeit in ihren Kostümen (trotz Winterunterwäsche) zu unterkühlen.

Doch wir drehten bis die letzte Gondel den Berg verließ, feierten bei einem warmen Essen den (so hofften wir) letzten Hoth-Drehtag in einer kleinen Skibar unten im Tal und kehrten müde, aber zufrieden nach München zurück. Und dort platze der Traum. Eines der beiden HDV-Tapes stellte sich als defekt heraus, 40min Aufnahmen, d.h. 3h reale Drehzeit waren unbrauchbar. Die ganze Quälerei in den eisigen Höhen Österreichs umsonst, die Enttäuschung an diesem Abend war einfach unbeschreiblich. Wir haben gefroren, gekämpft, Kisten mit Ausrüstung auf den Berg geschleppt und kostbare Kostüme verschließen. Doch wir hatten Spaß dabei, und bei tollen Aufnahmen wäre es das alles Wert gewesen. Doch nun hatten wir außer unseren Erinnerungen, ein paar Fotos und eine Handvoll Aufnahmen nichts.

Tag 6 Am Ende...

... wurde doch schließlich alles gut. Wenn auch erst 2 Jahre später. Denn im Dezember 2009 wagten wir einen weiteren Versuch, diesmal auf Deutschlands Zugspitze. Und an diesem Tag war das Wetter einfach nur perfekt und wir konnten endlich (!) die fehlenden Szenen abdrehen. Der Kreis schließt sich ;-)

UP


IMPERIALER STERNENZERSTÖRER

Datum: 15. April 2007
Drehort: Marco Hammerand´s STAR WARS Set, Eichenau, Deutschland

Wer einmal zu Besuch bei Marco Hammerand war, wird diesen Augenblick so schnell nicht vergessen. Kurz nach der Eingangstür gehen die Stufen hinab und man betritt einen Kellerraum, der absolut authentisch in eine (imperiale) STAR WARS Kulisse umgebaut wurde. Dieser (wahrscheinlich weltweit) einzigartige Raum wurde von Marco mit soviel Leidenschaft und Liebe zum Detail umgesetzt, dass jeder SW-Fan augenblicklich auf das Innere eines imperialen Sternenzerstörers oder des Todessterns versetzt wird. Trotz der Möglichkeiten, die man heute (selbst als Filmamateur) hat, phantastische Effekte durch die Verbindung von Bluescreenaufnahmen und computergenerierten Hintergründen zu schaffen, geht nach unserer Meinung doch nichts über eine ehrliche Kulisse. Somit war Marco´s SW-Zimmer die perfekte Umgebung für unseren Auftritt des dunklen Lords. Nach dem Anlegen der Kostüme und der filmtechnischen Vorbereitung der Kulisse (u.a. den PC und Drucker verstecken ;-)), konnten die Dreharbeiten beginnen.

Da die Scheinwerfer die Temperatur in dem kleinen Raum bereits nach kurzer Zeit in die Höhe trieb, hatte Alex alle Mühe unter seiner Vadermaske nicht den vorzeitigen Hitzetod zu sterben. Und während nun der dunkle Lord der Sith über die Zukunft der Galaxis entschied, ...

...schlief Marco ruhig und friedlich. Ich hoffe das lag an der Hitze und nicht an unseren Dialogen ;-) Da die Darsteller aber noch genügend Energie für Faxen hatten, konnte die Dreharbeiten ja nicht so anstrengend gewesen sein ;-)

Und so setzte sich zum Abschluss die ganze Mannschaft in Marco´s VW-Bus und fuhr in (!) ihren Kostümen zur nächsten Eisdiele. Der Auftritt war natürlich für die Sonntagsgäste des kleinen Eiscafés ein wahrlich galaktisches Erlebnis, doch das ist eine andere Geschichte ;-)


Datum: 9. August 2008
Drehort: Sternenzerstörer-Set , Höhenkirchen, Deutschland

Das bereits oben erwähnte STAR WARS Zimmer von Marco war zwar sicherlich ein Meisterwerk, aber hatte auch Nachteile: Es war schlichtweg zu klein um die Mächtigkeit eines Sternenzerstörers glaubhaft darzustellen. Zudem war es nur ein Raum, doch wir benötigten zudem einen Gang. Aus diesem Grund machte der Bau eines größeren Sets durchaus Sinn. Und so fand sich an einem kühlen, verregneten Samstag Morgen ein Team von Schauspielern, Statisten und Helfern aus ganz Deutschland zusammen um die ersten großen Indoor-Aufnahmen anzugehen.

Zum ersten mal genossen wir den Luxus vollkommen unabhängig von Wetter und Tageszeit zu sein. Ich glaube ohne Uhren und ein öfter auftretendes Hungergefühl hätten wir vollkommen die Zeit verloren ;-)

Doch als Amateure auf dem Gebiet stellte uns die stimmige Beleuchtung der einzelnen Szenen vor vollkommen neue Herausforderungen. Zusammengefasst lässt sich wohl sagen, dass die Vorbereitung der einzelnen Szenen (inkl. Deko und Licht) oft länger dauerte als die eigentlichen Dreharbeiten.

Naja, so blieb für die Schauspieler und Statisten wenigstens genug Zeit um ausgiebig Fotos zu machen ;-)

Etliche Stunden vor der Kamera (und an Wartezeit) zerrten natürlich bei allen Beteiligten an den Kräften, doch solange genug Energie für Schabernack da war, konnten wir auch weiter drehen ;-)

Nachdem nun unser äußerst pflegebedürftiger Vader schließlich auch ordentlich angezogen war, konnten nun auch seine "ergreifenden" Szenen abgedreht werden.

Irgendwie konnte sich sogar "Pete", Bene´s ferngesteuertes Modelauto ins Set schmuggeln, und natürlich wollte es wieder keiner gewesen sein ;-)

Unser dunkler Lord der Sith mit einer eher untypischen Handbewegung, aber keine Angst, das ist definitiv keine Szene aus dem finalen Film. Stormtrooper...

...und noch mehr Stormtrooper. Aufnahmen mit Storm- bzw. Sandtroopern kann man gar nicht genug haben. Somit wurde natürlich die Anwesenheit der vielen kostümierten Komparsen ausgiebig genutzt um Troops in allen Situationen aufzunehmen.

Wie es jedoch ein Rodianer-Weibchen geschafft hat an Bord des Sternenzerstörers zu kommen, bleibt mir bis heute ein Rätsel. Der Gunner jedoch wurde zwischenzeitlich wegen Missachtung imperialer Bekleidungsvorschriften vom Dienst suspendiert ;-)

Am 15.November 2008 sollte sich der Sternenzerstörer für immer schließen, doch nicht ohne vorher allen Fans und Interessierten noch einmal die Möglichkeit zu geben noch einen Blick in und hinter die Kulissen unseres Films zu geben. Und so empfing unser kleines kostümiertes Empfangskomitee die neugierigen großen und kleinen Gäste.

Die Reaktionen an diesem Nachmittag waren wirklich zum schmunzeln, während die älteren und erwachsenen Gäste sich in Ruhe umschauten und sich sogar teilweise die Zeit nahmen die kleinsten Details zu inspizieren, waren etliche der kleinen "StarWarsler" sofort in Ihrem Element, eroberten Räume, nahmen Stormtrooper gefangen und retteten die Galaxis ;-)

Mein Lieblingszitat stammte von dem kleinen Marc-Anakin, der unsere AT-ST Driver sogleich fragte: "Bist Du der, den Chewbacca aus dem AT-ST geworfen hat?" ;-)

Ich glaube die jungen Fans hatten an diesem Nachmittag jedenfalls eine Menge Spaß. Wer weiß, wenn sie mal groß sind ist unser Film vielleicht schon fertig ;-)

UP


MOS ESPA CANTINA - Der Abschaum der Galaxies unter sich

Datum: 21.Oktober 2007
Drehort: Raumdrei Gewölbe, München

Hat nicht jede(r) STAR WARS Fan schon mal vergebens nach der "JUMP IN"-Taste auf der TV-Fernbedienung gesucht? Einmal eintauchen in den Film (Episode IV), einmal als berüchtigter Schmuggler die Mos Eisley Cantina betreten, sich vorbei an gefährlichen Gestalten zur Bar drängeln und einen Red Rancor oder Bantha Fizz bestellen. An diesem Tag wurde dieser Traum für einige fast zur Wirklichkeit ;-)

An dem Original Mos Espa Filmset in Tunesien hatten wir bereits eine Szene gedreht, wo unser junger Held eine Cantina betritt. Ein Jahr später sollten nun die Innenaufnahmen entstehen.

Die Suche nach einer passenden Location gestaltete sich langwierig, führte uns jedoch in ein wunderschönes altes Kellergewölbe mitten im Herzen Münchens. Doch bis zum geplanten Drehtag lag noch ein weiter Weg vor uns. Zahlreiche Requisiten und Dekorationsteile mussten entweder selbst gebastelt oder organisiert werden. Zu diesem Zeitpunkt waren wir äußerst erleichtert Thomas Manglitz zu unseren Freunden und Unterstützern zählen zu dürfen. Thomas ist der Inhaber und Betreiber eines bezaubernden Filmfiguren-Museums in Mönchengladbach.

Allein seine Ausstellung an STAR WARS Puppen, Droiden und Dioramen ist einzigartig in Europa und wirklich jede Reise wert (unter anderem weil man dort in naher Zukunft auch unsere selbstgebauten Kostüme in einer eigenen Fanfilmecke bewundern darf).

Thomas stellte uns großzügigerweise eine ausgewählte Sammlung an äußerst seltenen und kostbaren Puppen, Masken und Kostümen zur Verfügung, wo durch die Cantina-Location eine Authentizität erreichte, die wirklich atemberaubend war.

Den letzten Schliff eines authentischen Barbetriebes brachte zu guter Letzt Marcel´s FX-4MK1 Service-Droide, welcher mit unzähligen, gleichzeitig arbeitenden Armen und wild blinkend die übliche operative Bar-Hektik versprühte.

Das Einzige was für die Dreharbeiten noch fehlte, waren die Hauptdarsteller und Statisten,...viele Statisten. Eine leere, sterile Cantina kam für uns nicht in Frage. Nein, wir wollten einen düsteren, unheimlichen Ort, gefüllt mit dunklen, gefährlichen Gestalten aus tausend Welten

Und sie kamen! Schmuggler, Raumpiloten, Kopfgeldjäger und Aliens. Jedoch nicht von fernen Welten, sondern aus ganz Deutschland und...

...aus Belgien ;-) Auf der 30th STAR WARS Celebration in London durften wir Dominique und seine Freunde kennen lernen. Die kleine belgische STAR WARS Fangruppe entschied sich unseren Film zu unterstützen und machte sich auf den 900km langen Weg nach München. Die Kostüme, mit denen Dominique, Cookie, Cassandre, David, Stephane, Thierry und Ophélie am Set erschienen, raubten allen Beteiligten den Atem!

Unser lieb gewonnenes und bewährtes Hoth-Team, überraschte uns mit einem fantastisch schrägen Rodianer-Stammtisch, Sandtrooper, Jawas und Alex´s Wookie (der schönste, den ich je gesehen habe) rundeten das Bild perfekt ab.

Und schließlich, jedenfalls so ein bisschen, fühlten wir uns wie in einer gefährlichen, miesen Raumfahrerkneipe, aus einer Galaxie weit weit entfernt ;-)

Die Dreharbeiten begannen, die Zeit verflog und Dank tatkräftiger Hilfe der Macher von Tydirium und The Price of Freedom gelang es uns an diesem langen Tag Aufnahmen zu drehen, von denen wir vor einem Jahr nicht mal geträumt hätten. Denn eigentlich sollte das alles nie mehr werden als ein kleiner Kurzfilm mit einem Sandtrooper in der Wüste ;-)

Und somit möchte sich das Banthapoodoo Team hiermit bei allen bedanken, die diesen wundervollen Tag möglich gemacht haben und uns mit Rat und Tat tapfer zur Seite gestanden haben! An diesem Tag waren wir in der Mos Espa Cantina...

UP


JABBA´s PALAST DER 2 SONNEN

Datum: 15. November 2009
Drehort: Tournai, Belgien

Wie bereits weiter oben erwähnt durften wir auf der 30th STAR WARS Celebration in London ein kleines belgisches Team von äußerst begabten Kostüm-und Propbauern kennenlernen, welches uns bereits bei dem Cantina Dreh mit seinen wunderdervollen Kostümen und Puppen unterstützt hatte. Aufgrund der Größe war es jedoch damals nicht möglich gewesen die mächtige 1:1 Nachbildung von Jabba dem Hutten an den Drehort zu transportieren. Somit konnte Jabba damals leider nicht an der Cantina Party teilnehmen. Doch 2 Jahre später entschieden wir, wenn der Hutte nicht zu uns kommen wollte, dann würden wir eben zu ihm kommen ;-)

In den Gemäuern eines alten Gutshofes nahe Würzburg fand schließlich der erste Teil der Dreharbeiten statt. Für den Hauptdreh jedoch ging die Reise wenige Wochen weiter ins 900km entfernte Tournai in Belgien. Untergebracht einem alten, verlassenen Haus, welches gleichzeitig als Werkstatt und Lagerraum für weitere fantastische Puppen diente, traten wir schließlich vor den berühmtesten Verbrecherlord Tatooines.

Doch was uns erwartete waren nicht nur stumme Puppen, sondern eine komplette Mannschaft gutgelaunter und motivierter Statisten, welche Dominique für uns organisiert hatte.

Die Dreharbeiten wurden jedoch zu einer kleinen Herausforderung. Da mein französisch etwas angerostet war, erfolgten die Regieanweisungen zuerst in englisch und wurden dann von Dominique übersetzt. Irgendwie machte das ganze gerade deswegen einen Riesenspaß und irgendwie bekamen wir am Ende genau (!) die Aufnahmen, die wir wollten.

Und somit kann ich unseren Freunden aus Belgien gar nicht genug danken und wir freuen uns auf ein Wiedersehen bei der Filmpremiere !

UP